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Bachelor / Master oder Diplom ?

Nachdem das Diplom lange Zeit als einer der besten Abschlüsse der Welt galt, wie das deutsche Schulsystem überhaupt, hat man sich aus Gründen der Chancengleichheit für die EU-weite Einführung des Bachelor/Master Studienganges entschieden.

Die Vereinheitlichung soll ein vergleichbares Notensystem und eine faire Chance zur Bewerbung auf die knappe Ressource "Arbeitsplatz" schaffen. Obwohl diese Argumentation durch rethorischen Charme und sozialer Hingabe besticht, vernachlässigt sie in hohem Maße den Aspekt "Mensch" und seine eigene Funktionsweise in der Bewertung von Qualität.

Was man in der Psychologie mit dem Begriff "Verfügbarkeitsheuristik" betitelt, wird in den nächsten Jahren noch viele "halbe" Akademiker auf den Weg zur Agentur für Arbeit bringen: Aussagen/ Informationen die zum gesellschaftlichen Allgemeingut zählen, folglich häufig zitiert und damit in hohem Maße "verfügbar" sind, verzerren die Einschätzung zu ihren Gunsten.

Vertraute Information erscheint verlässlicher, weil sie sich scheinbar bereits bewährt hat, was in in der mehrheitlichen Akzeptanz der Aussage zum Ausdruck kommt. Dieser Information zu glauben und dementsprechend zu handeln, reduziert Unsicherheit - ein wesentliches Bedürfnis des Menschen in einer unsicheren Zeit.

Wenn ich voraussichtlich Mitte 2009 mein Studium abgeschlossen habe, werde ich das den Arbeitgebern vertraute Diplom in der Hand halten, worauf ich zum aktuellen Zeitpunkt viel Wert lege. Das Diplom ist eine feste Größe im Bewerbungsverfahren und wird von den Agenturen angemessen hoch bewertet. Ob der Bachelor oder Master diese - manchmal rein subjektive - Qualität erreichen wird, bleibt in den nächsten 10- 20 Jahren abzuwarten.

 

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